Das Finale 2015

Der 1. Preis ging an Federspiel, der 2. Preis an ALMA und der Publikumspreis an Das Grossmütterchen Hatz Salon Orkestar: Wir gratulieren ganz herzlich

Aus den rund 120 Einreichungen hatte die Jury sechs FinalistInnen gewählt, die am 4. Dezember 2015 in jeweils 20-minütigen Sets einen beeindruckenden Querschnitt aus der heimischen Weltmusikszene boten. Mehr als 400 Musikfans waren in den renommierten Wiener Innenstadt Jazzclub gekommen, um ALMA, Das Großmütterchen Hatz Salon Orkestar, das Duo Dinovski-Schuberth, Federspiel, Mahan Mirarab Band und Vusa Mkhaya’s Vocalism Project live zu erleben.

1. Preis: Federspiel

Das enorm hohe musikalische Niveau an diesem Abend ließ die Spannung noch einmal steigen, als die Jury zu später Stunde ihre Entscheidung bekannt gab. Das siebenköpfige Kremser Blasmusikensemble Federspiel konnte die Fachjury mit ihrer souverän-weltoffenen Volksmusik restlos überzeugen. Mit ihren Eigenkompositionen mit Pop-Elementen, den Arrangements traditioneller mexikanischer Musik oder mit der Zither als Soloinstrument: Federspiel konnten an diesem Abend wieder einmal unter Beweis stellen, dass sie eines der interessantesten Klangkörper in der Europäischen Blasmusikszene sind. Der 1. Preis ist mit € 3.500 dotiert.

Frederic Alvarado-Dupuy (Klarinette, Gesang) Simon Zöchbauer (Trompete, Flügehorn, Zither, Gesang), Philip Haas (Trompete, Flügelhorn, Gesang), Ayac Jimenez-Salvador (Trompete Flügelhorn, Gesang), Thomas Winalek (Frompete, Ptrb, btrp, voc), Matthias Werner (Posaune, Gesang), Roland Eitzinger (Tuba, Gesang)

Ein Spiel zwischen Rausch und Attacke, zwischen Tradition und Revolution, zwischen Ernst und Ironie.“ (Valerio Benz, Radio SRF 2, „Musik der Welt“, 13.3.2015)

www.feder-spiel.at

(c) Maria Frodl

2. Preis: ALMA

Der 2. Preis ging an ALMA, die die Fachjury mit ihrer augenzwinkernden Verbeugung vor der österreichischen Volksmusik für sich gewinnen konnten. Das fünfköpfige Ensemble hauchte alten Traditionen neues Leben ein und ließ sich selbst genug Raum, um eigene musikalische Wurzeln zu erkunden. Mit Violinen, Bass, Akkordeon und Gesang sowie mit großer Leichtigkeit, Leidenschaft und Fantasie ließen sie aus den Wurzeln vielfältige musikalische Triebe und Blüten wachsen. Der 2. Preis
ist mit € 2.500 dotiert.

Julia Lacherstorfer (Geige, Gesang), Evelyn Mair (Geige, Gesang), Matteo Haitzmann (Geige, Gesang, SBG), Marie-Theres Stickler (Diat. Harmonika, Shruti Box, Gesang), Marlene Lacherstorfer (Kontrabass, Harmonium, Gesang)

"Bestes Musikalisches Kopfkino aus Wien.“ (Andreas Förster, Süddeutsche Zeitung, 09.02.2015)

www.almamusik.at

(c) Daliah Spiegel

 

 

Publikumspreis: Das Grossmütterchen Hatz Salon Orkestar

Das zahlreich erschienene Publikum hatte an diesem Abend eine wichtige Rolle zu spielen: Der per Stimmzettel ermittelte Publikumspreis war heuer bereits zum zweiten Mal ebenfalls mit Preisgeld dotiert, und zwar mit € 1.500. Die fünfköpfige Band rund um die Akkordeonistin und Sängerin Franziska Hatz, das Großmütterchen Hatz Salon Orkestar, konnte das Publikum mit ihrer feurigen Musik begeistern. Mit ihrem hohen musikalischen Niveau, humorvollen Stücken aus der Klezmertradition und Eigenkompositionen mit Einflüssen aus Pop, Folk-Rock, Ska und Jazz begeisterten sie. „Wir konnten heuer alle drei Preisgelder anheben, was uns natürlich sehr freut“, so die Kulturmanagerin Katrin Pröll, die den Weltmusik-Preis gemeinsam mit Martina Laab im Namen der IG World Music Austria veranstaltet.

Franziska Hatz (Akkordeon, Gesang), Richie Winkler (Saxophon, Klarinette, Simon Schellnegger (Viola), Julian Pieber (Schlagzeug) 

Ansteckende Freude an feuriger Musik vom Balkan hat - Das Großmütterchen Hatz Salon Orkestar -  in Windeseile zu Publikumslieblingen gemacht." (Ö1 Jazz Time, Johann Kneihs 2012)

www.gmhorkestar.at

(c) Gregor Buchhaus

Finalist: Duo Dinovski-Schuberth

Seit 2013 machen diese beiden jungen Akkordeonisten aus Oberösterreich (Schuberth) und Mazedonien (Dinovski) gemeinsam als Duo Musik. Sie frönen dabei intensiv ihrer beider Leidenschaft für Balkan-Musik, schottische und irische Klänge, Jazz und Neue Musik. Von diesen künstlerischen Ausgangspunkten bewegen sie sich zu einer eigenen Klangsprache und -ästhetik, einer kraftvollen, manchmal reduzierten, neuartigen Musik. Sie verbindet die gemeinsame Lust am Improvisieren, die keine Regeln kennt. Ihre erste CD nennt sich "Improvokation".

Atanas Dinovski (Akkordeon), Paul Schuberth (Akkordeon)

Ein kongenial zusammenwirkendes Zweiergespann, das es wirklich versteht, ein fesselndes musikalisches Feuerwerk zu entzünden. Ihre Lieder sind ein ständiges, von gefühlvollen Melodien getragenes Auf und Ab, sie sind zutiefst emotionale und keiner Worte bedürfende musikalische Reisen, die den Kopf und auch die Seele gleichermaßen ansprechen. Wirklich schön.“ (Michael Ternai, Music Information Center Austria)

www.dinovski-schuberth.com

(c) Christoph Hofer

 

Finalist: Mahan Mirarab Band

Der aus dem Iran stammende Musiker Mahan Mirarab lebt seit 2009 in Wien. Innerhalb kürzester Zeit hat der talentierte Gitarrist mit seinen breitgefächerten Musikstilen nicht nur Anschluss in der heimischen Musikszene gefunden, sondern sich auch über die Grenzen Österreichs hinaus einen Namen gemacht. Da Jazz im Iran verpönt, wenngleich geduldet ist, erlernte Mahan Mirarab das Gitarrenspiel als Autodidakt. Mit demselben Ehrgeiz widmete er sich aber auch den traditionellen Saiteninstrumenten Oud und Tar sowie der im Orient bekannten Fretless Gitarre. Mahan Mirarab spielt in zahlreichen Formationen, komponiert Filmmusik und engagiert sich in verschiedenen eigenen Projekten. Mit seiner Band präsentiert der junge Künstler eine Poesie aus traditionellen persischen Klänge und Jazz-Einflüssen, getragen von der bemerkenswerten Stimme der ebenfalls aus dem Iran stammenden Golnar Shahyar. 

Mahan Mirarab (Gitarre), Golnar Shahyar (Gesang, Gitarre, Percussion), Amir Wahba (Percussion), Kaveh Sarvarian (Flöte, orientalische Blaseninstrumente, Tombak)

"The songs dazzle with Mirarab's enigmatic, transcendent guitar playing, fusing Middle Eastern textures with traditional jazz rhythms." (All About Jazz).

www.mahanmirarab.com

(c) Nazy Kaviani

 

Finalist: Vusa Mkhaya's Vocalism Project

Vusa Mkhaya startete seine musikalische Karriere bereits in jungen Jahren in seiner Heimat Simbabwe. Vor mehr als 15 Jahren setzte er seine musikalische Fortbildung mit einem Musikstudium in Graz fort. Als Mitglied des preisgekrönten simbabwischen Gesangstrios Insingizi und diversen anderen international bekannten Projekten ist Vusa Mkhaya  mittlerweile aus der österreichischen Weltmusikszene nicht mehr wegzudenken. In seiner Heimat wird er als die Hoffnung der simbabwischen Musik bezeichnet, die er in die Welt hinaus trägt. In seinem „Vocalism Project“ erzählt der versierte Songwriter seine eigene Geschichte. Seine Offenheit gegenüber anderen Kulturen und sein facettenreicher Hintergrund erlauben es ihm, eine musikalische Magie zu weben, die hochgradig ansteckend und mitreißend ist.

Vusa Mkhaya (Vocals), Roman Schwendt (Gitarre, Gesang), Michael Mozeth (Bass, Gesang), Lukas Ehrenhöfer (Percussion, Gesang)

Voices in harmony as they search for a deeply felt expression. Quietly wonderful and you suspect Mkhaya isn´t going to trouble you with Don´t worry be happy” (Elsewhere magazine, New Zealand)

www.facebook.com/Mkhayamusic

EHRENPREIS GING AN NUSCHIN VOSSOUGHI

Der Ehrenpreis der Jury, der jährlich an eine Persönlichkeit verliehen wird, die sich im Dienste der Förderung österreichischer Weltmusik besonders hervorgetan hat, ging heuer an die langjährige Leiterin des Wiener „Theater am Spittelberg“, Nuschin Vossoughi. „Mit einem umfassenden Konzept,unendlichen Ideen und unerschütterlichem Engagement ist sie seit mehr als 12 Jahren die treibendeKraft im Theater am Spittelberg, und stellt das friedliche Miteinander der Kulturen in den Mittelpunkt
ihrer Aktivitäten“, so Helge Hinteregger von mica – music austria, in seiner Laudatio.